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Der Regent wird 85

Die Geschichte des Opel Regent ist leider schnell erzählt, da der Wagen nur kurze Zeit hergestellt wurde. Im November 1928 stellte die ADAM Opel AG auf der in Berlin stattfindenden Internationalen Automobilausstellung ein neues Oberklassemodell vor. Anfang 1929 sollte der Regent auf dem Markt scheinen.

Foto: © GM Company

 

37,5 Prozent Marktanteil

1928 ist Opel der größte deutsche Fahrzeugbauer. Traumhafte 37,5 Prozent Marktanteil halten die Rüsselsheimer. Um sich noch stärker auf dem Markt zu positionieren, plant Opel eine Kooperation mit General Motors. 1928 wird auch das neue Flaggschiff der Marke vorgestellt. Der Regent war für damalige Verhältnisse sehr großzügig motorisiert. Angetrieben wurde der Wagen von einem 6,0-Liter-Achtzylinder, der 110 PS leistete, dem einzigen allein von Opel konstruierten Motor dieser Klasse. Der Antrieb soll bereits 1921 in Autorennen gute Dienste geleistet haben.

Konstruktionspläne vernichtet, Fahrzeuge verschrottet

Flotte 100 km/h sollte der Regent fahren, für die 1920er Jahre respektabel. Gegen einen Aufpreis von 1.000 Reichsmark konnte der Opel-Fahrer noch ein Maybach-Getriebe erstehen, mit dem sogar eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h möglich wurde. Der Regent kostete nur 14.000 Reichsmark und war damit günstiger als die Konkurrenz von Horch. Leider auch günstiger als die Tochter-Marken von General Motors. Der US-amerikanische Konzern übernahm im Frühjahr 1929 vier Fünftel des gesamten Opel-Aktienkapitals. Der neue Besitzer von Opel stoppte nicht nur die Produktion des Regenten, um einen unliebsamen Konkurrenten aus dem Weg zu räumen, sondern ging noch einen Schritt weiter. Sämtliche Konstruktionsunterlagen wurden vernichtet. Zudem zwang General Motors den Rüsselsheimer Fahrzeughersteller, die bis dahin verkauften 25 Modelle zurückzukaufen und zu verschrotten, ein Vorgang, der Experten zufolge in der Automobilgeschichte seinesgleichen sucht.